Crémant: was ist das?

Im heutigen Blogeintrag geht es gleich um zwei Protagonisten der französischen Hautevolee, nämlich um einen der bekanntesten und feinsten Vertreter der französischen Schaumweinproduktion, den Saumur Brut und um keinen geringeren Schaumweinerzeuger als das Traditionshaus Bouvet-Ladubay. Und weil Valentinstag bereits umme Ecke ist, gibt’s für alle Amor-Wütigen nicht nur eine geniale Schaumweinempfehlung, sondern auch das passende Rezept. Selbstverständlich easy-peasy in der Umsetzung, grandios lecker und mit „Wow-Effekt“. Und damit du bei deinem Göttergatten / deiner Göttergattin nicht nur mit der Weinauswahl und dem Hüftschwung in der Küche beeindruckst, gibt’s on top auch noch eine ordentliche Portion Crémant-Wissen – sozusagen drei zum Preis von zwei.

 

Bouvet-Ladubay

Die Maison Bouvet Ladubay ist einer der bekanntesten und renommiertesten Schaumweinerzeuger Frankreichs. Spezialisiert gänzlich auf Schaumweine, die mittels der traditionellen Flaschengärung hergestellt werden (franz. Méthode Traditionnelle). Zuhause ist Bouvet-Ladubay im wunderschönen Loire-Tal, genauer gesagt in Saumur. Das Traditionshaus wurde 1851 von Étienne Bouvet mit seiner Frau Célestine Ladubay gegründet und trägt bis heute den Namen der Familie, ist nach 41 Jahren wieder im Besitz der Familie und wird heute von Patrice Monmousseau und seiner Tochter Juliette geführt.

Fokussiert wird sich auf die Rebsorten, die für die Loire typisch sind und schlussendlich auch den regionalen Charakter aller Schaumweine von Bouvet-Ladubay prägen: Chenin Blanc und Cabernet Franc. Das Ergebnis spricht für sich: animierend auf den nächsten Schluck, ohne plakative Frucht und versteckte Süße. Hingegen viel Frische und Geradlinigkeit ohne Firlefanz mit ganz viel Eleganz und Raffinesse. Bouvet-Ladubay steht einem Champagner in vielerlei Hinsicht in nichts nach, bis auf die Tatsache, dass sie keine Champagner-Kopie sein wollen. Sie wollen Crémant sein, genauer gesagt Saumur Brut – von der Loire. Aber jetzt mal Butter bei die Fische, was ist Saumur Brut, Crémant & Co. denn jetzt genau? Fangen wir einmal mit dem Grundgerüst an, dem Crémant:

 

Was genau ist Crémant überhaupt?

Ob von der Loire, aus Bordeaux, dem Jura, aus Limoux, dem Elsass oder dem Burgund – alles, was prickelt und nicht aus der Champagne kommt, heißt i. d. R. Crémant. Voraussetzung, genau wie beim Champagner, ist die traditionelle Flaschengärung sowie ein Hefelager von mindestens 12 Monaten. Und auch die Höchsterträge, die Lese von Hand sowie die Ganztraubenpressung sind, exakt wie beim Champagner, gesetzlich festgelegt und vorgeschrieben. Die Rebsorten, die bei der Herstellung von Crémant zum Einsatz kommen, variieren von Region zu Region und reichen von Pinot Noir (aka Spätburgunder) über Chardonnay bis hin zu Chenin Blanc. Deshalb schmeckt Crémant auch nicht überall gleich, sondern ist in Geschmack und Typizität sehr stark regional geprägt. Das, was Crémant so besonders macht, sind champagnerähnliche Qualitäten zu einem vergleichsweise erschwinglichen Preis.

Gut zu wissen: Der Begriff Crémant ist nicht geschützt und darf auch für flaschenvergorene Schaumweine verwendet werden, die von außerhalb Frankreichs kommen, z. B. Riesling-Crémant.

 

“Crémant: Champagne taste on a beer budget!” – Madeline Puckette

 

Crémant de Loire

Das Loire-Tal erzeugt nicht nur einen der bekanntesten Vertreter aller Crémants, den Crémant de Loire, sondern ist nach der Champagne Frankreichs zweitgrößter Schaumweinproduzent. Das Produktionsgebiet liegt an der mittleren Loire, in den Regionen Anjou-Saumur und Touraine, und umfasst insgesamt ca. 2.700 Hektar. Obwohl man das Weinanbaugebiet Loire instinktiv mit genau einer Rebsorte in Verbindung bringt – nämlich Sauvignon Blanc (Sancerre & Co.) –, spielt diese Rebsorte bei der Herstellung von Crémant de Loire kaum eine Rolle. Der regionale Star, ach was sag ich, der regionale Superstar ist nämlich die weiße Rebsorte Chenin Blanc. Sie ist die meistgenutzte aller zugelassenen Rebsorten und aufgrund ihrer verhaltenen Aromatik und der äußerst prägnanten Säurestruktur bestens für die Schaumweinproduktion geeignet.

Andere Rebsorten, die für einen Crémant de Loire zum Einsatz kommen, sind Pinot Noir (aka Spätburgunder) und Cabernet Franc sowie Chardonnay, Cabernet Sauvignon, Grolleau, Grolleau Gris und Arbois. Ganz typisch für einen Crémant de Loire sind Aromen von Zitronenzeste, weißem Pfirsich, Mandeln und buttrige Aromen, die an feines Gebäck, frisches Toastbrot oder Brioche erinnern. Im Geschmack feinperlig, erfrischend und elegant. Folgende Geschmacksrichtungen bzw. Süßegrade gibt es bei Crémant:

  • Brut Nature, Pas Dosé, Dosage Zéro: 0 bis 3 g/l Restzucker, kein Zuckerzusatz nach der zweiten Gärung erlaubt
  • Extra Brut, Extra Herb: 0-6 g/l Restzucker
  • Brut, Herb: 0 bis 12 g/l Restzucker
  • Extra Dry, Extra Trocken: 12 bis 17 g/l Restzucker
  • Sec, Trocken, Secco, Asciutto, Dry: 17 bis 32 g/l Restzucker
  • Demi-Sec, Halbtrocken, Abboccato, Medium Dry: 32 bis 50 g/l Restzucker
  • Doux, Mild, Dolce, Sweet: über 50 g/l Restzucker

Gut zu wissen: Crémant gibt es in Weiß und in Rosé. Macht den Löwenanteil bei weißen Crémants immer der Chenin Blanc aus, ist es bei den rosafarbenen Exemplaren hingegen die Rebsorte Cabernet Franc.

 

Saumur Brut

Ein weiterer Vertreter ist der Saumur Brut, für den Bouvet Ladubay besonders bekannt ist und die Spitze aller Crémants darstellt. Die Trauben für diesen Schaumwein dürfen ausschließlich aus der Appellation Saumur im Bereich Anjou-Saumur stammen. Hier finden sie ideale Bedingungen vor und wachsen bei gemäßigtem Klima auf den für die Loire so typischen weißen Böden aus verwittertem Kreidekalkgestein. Geschmacklich wird er oft als etwas schlanker, geradliniger und säurebetonter beschrieben als sein Bruder, der Crémant de Loire.

Das, was wir heute im Glas haben und was einfach perfekt zu meinem Kaisergranat-Gedöns passt, ist der 2017 Saumur Brut „Zero“ pur in der Geschmacksrichtung Extra Brut, ebenfalls aus Saumur. Eine Cuvée aus den Rebsorten Chenin Blanc (80%) und Chardonnay(20%) von, na klar, Bouvet-Ladubay. Beschrieben wird der Zero von Bouvet-Ladubay oft als „maritim“. Was ich zuerst nicht nachvollziehen konnte, dass einem aber spätestens beim ersten Schluck wie Schuppen von den Augen fällt – salzig und frisch. Völlig konträr zu unserer eigentlich Blogartikel-Mottoparty, dem Valentinstag, denn dieser Saumur Brut kommt gänzlich ohne Kitsch aus und erinnert in der Nase ganz unaufdringlich und subtil an Salzzitronen und heißen, nassen Asphalt im Sommer.

Was ich bei Crémant und bei allen anderen Schaumweinen so überhaupt nicht leiden kann, ist diese aufgesetzte Süße, die man oft verstärkt wahrnimmt, wenn der Schaumwein nicht mehr klatschkalt ist, sondern zunehmend an Temperatur gewinnt. Bouvet-Ladubay bleibt auch hier seiner schnörkellosen und puristischen Linie treu, denn der Zero pur hat eben genau das nicht. Seafood in der Speisebegleitung schien mir direkt schlüssig. Etwas Reduziertes, Minimalistisches. Ganz ohne Chichi, genau wie dieser hochkarätige Saumur Brut.

hier geht es direkt zum Rezept! 

#bringflavorhome

Grapes & Love

Deine Lou

* Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit Bouvet-Ladubay