Von Frankreich, Italien, Spanien direkt Osteuropa. Denn genau dort liegt eine der spannendsten und am meisten unterschätzten Weinwelten: Länder, die teilweise deutlich länger Wein machen als Frankreich, mit Rebsorten, die es sonst nirgendwo gibt, und Preisen, die noch keinen Marketing-Aufschlag kennen. Lou erklärt, warum „Osteuropa“ eigentlich keine Weinregion ist, sondern ein gutes Dutzend sehr unterschiedlicher Weinländer – von Rumänien, dem Flächenriesen mit rund 187.000 Hektar, über das ungarische Tokaj, dessen Weinberge bereits 1730 klassifiziert wurden (125 Jahre vor Bordeaux), bis zu Kroatien, wo 2001 per DNA-Analyse geklärt wurde, dass Kaliforniens Kultrebe Zinfandel ihren Ursprung in neun überlebenden Rebstöcken in Dalmatien hat. Außerdem: Was Kékfrankos und Blaufränkisch gemeinsam haben, warum Moldau seit 2006 auf Qualitätswein umgestellt hat und weshalb gerade jetzt der beste Moment ist, eine Flasche mit einem Namen zu kaufen, den ihr nicht aussprechen könnt.
Wein der Woche
Moric Hidden Treasures Nr. 1 Tokaj, Gergő Filep – Tokaj, Ungarn
Rebsorte: Furmint
Trocken ausgebaut, mit kühler Mineralik, Mandel, Bratapfel und getrockneten Kräutern. Genau der Furmint, von dem Lou in dieser Folge spricht.
Lous Wein-ABC: A wie Autochthon
Autochthon kommt aus dem Griechischen und bedeutet „hier entstanden“. Eine autochthone Rebsorte hat ihren Ursprung in einer bestimmten Region und wächst traditionell fast nur dort. Das Gegenstück sind die internationalen Sorten wie Chardonnay oder Cabernet Sauvignon, die heute überall auf der Welt angebaut werden. Autochthone Sorten sind über Jahrhunderte im jeweiligen Klima ausgelesen worden – was lange als altmodisch galt, ist im Klimawandel ein handfester Vorteil.