Die Transkei, ehemals Homeland, befindet sich im Osten des Landes Südafrika und erstreckt sich von Port Edward bis nach East London. Das Land ist geprägt von den zerklüfteten Felsen und Tälern der berühmten Wild Coast. Das Landesinnere mit mächtigen grünen Bergen und Talebenen erinnert an Irland oder Schottland. Nähert man sich der Küste, den vielen kleinen Lagunen, Flüssen und Wasserfällen, packt einen das TROPICAL FEELING. Eine Reise in die Transkei erfordert Zeit. Die Straßen sind teils nicht saniert oder gar nicht ausgebaut. Wege zum Meer sind Einbahnstraßen. Eine gemütliche Fahrt entlang der Küste ist nicht möglich. Doch all das lohnt, denn belohnt wird man mit purem Afrika.


 Wildes Meer, zerklüftete Felsen, Kühe am Strand, Jenseits des Kei.


ANREISE

Je nachdem von wo aus ihr kommt, kann die Anreise über die N1, N2 oder N3 erfolgen. Die Hauptstadt der Transkei ist Mthatha. Hier befindet sich ein regionaler Aiport (K. D. Matanzima Airport) mit Flugverbindungen nach Durban, Cape Town und Johannesburg. Von Deutschland aus kann man sich einen Flug nach Johannesburg buchen und die restliche Strecke bis zur Wild Coast, mit dem Auto zurücklegen. Um in den vollen Genuss der Küstenabschnitte zu kommen, empfehle ich die Anmietung eines 4×4. Bis dato haben wir immer über den deutschen ADAC und den Autovermieter BRITZ gebucht. Was man bei der Anmietung beachten sollte, könnt ihr HIER nachlesen.

 

UNTERKÜNFTE

In der Regel buchen wir nie im Voraus, da wir flexibel bleiben möchten. Solange Ihr ein Zelt dabei habt, findet Ihr immer eine Unterkunft die euch einen Platz zum Campen anbieten kann. Solltet Ihr nicht Vorhaben zu Campen und auf Nummer sicher gehen möchtet, könnt ihr alle Unterkünfte flexibel über Booking.com oder ein vergleichbares Portal buchen. Wichtig: immer genügend Bargeld dabei haben!  Einige Dörfer an der Wild Coast haben nicht einmal Strom, ergo kein EC Gerät. Auch das mit dem ATM könnt Ihr getrost vergessen. CASH IS KING – Always has, always will be. Als wir nach einer langen Fahrt endlich an unserer Unterkunft angekommen sind, haben wir uns von unseren letzten Rand erstmal zwei Gin n Tonic bestellt um dann festzustellen, dass wir das mit dem EC Gerät vergessen können. Wären wir nicht bei einer netten afrikanischen Dame untergekommen, hätten wir 1,5 Stunden zurück nach Flagstaff fahren müssen.

 

MEINE TOP 3 UNTERKÜNFTE

Bulungula Lodge (Nqileni)
  • direkt am Meer, Braai Stelle, Gemeinschaftsküche, Selbstverpflegung oder Verpflegung, kleine Bar (Selbstbedienung, Bezahlung auf Vertrauensbasis), eine Solardusche, 8 Duschen die befeuert werden müssen, ausreichend Toiletten, 4 Hütten, Gemeinschaftsräume oder Safari Zelte
  • Aktivitäten: reiten, surfen und Kanu fahren
  • Wir sind einfach mit dem Auto vorgefahren und haben direkt auf der Wiese in unserem Dachzelt geschlafen. Kosten 450 Rand.
Mbotyi River Lodge (Mbotyi)
  • gehobenere Hotelanlage mit einem Restaurant sowie einer Bar, Community Campsite vorhanden, nur Barzahlung möglich, direkt am Strand, malerisches Dorf
Mtentu Lodge (Mtentu)
  • Anreise nur mit 4×4, Anreise mittels Wegbeschreibung auf der Website (ein bisschen wie Ostereier suchen), Restaurant, Bar oder Selbstverpflegung auf einer der Campsites
  • Wir haben direkt vorm Eingang geschlafen weil wir nie Lust auf andere Camper haben (10 Rand p.P.) Das Bild mit der Solardusche ist hier entstanden.
  • Aktivitäten: Wanderungen, Cliff Jumping, Kanu fahren, reiten

 

VERPFLEGUNG 

Auch wenn es hier aussieht wie im wilden Westen, findet Ihr in den größeren Städten im Landesinneren, alles was das Herz begehrt. Besorgungen wie Bargeld, Lebensmittel und Benzin sollten erledigt werden, bevor man die Straßen zur Küste hinunterfährt. Denn hier gibt es nichts mehr. Grundsätzlich bevorzuge ich Malls. Hier findet man ausreichend Parkplätze und mehrere Geschäfte an einem Ort. Die mit Abstand teuerste Supermarktkette ist SPAR. Günstigere Alternativen sind PICK N PAY und CHECKERS. WOOHLWORTHS FOOD ist ebenfalls teurer, jedoch findet man hier teils europäische Lebensmittel sowie vorgeschnittenes Obst und Gemüse. Das ist hilfreich, wenn man campen geht und spät abends anreist. Die bekannteste Drogerie bzw. Apotheke ist CLICKS. Solltet Ihr euch keine SIM Karte zugelegt haben, könnt ihr entweder das WLAN der Mall nutzen oder das der vielen Schnellimbisse wie HUNGRY LION oder WHIMPY. Letztere Kette ist mein Liebling. Guter Kaffee, leckeres Frühstück und schnelles WLAN.

 

KRIMINALITÄT & SICHERHEIT 

Ich sag mal so: wenn man behangen wie ein Christbaum durch die Straßen Südafrikas läuft, sollte man sich auch nicht wundern wenn einem plötzlich Wertgegenstände fehlen und man hiermit Diebstähle provoziert. Mir ist Afrika noch nie etwas passiert. Vielleicht hatte ich Glück, vielleicht lag es daran, dass ich mich an gewisse Spielregeln gehalten habe. Grundsätzlich gilt es anderen keinen Grund für Überfälle zu geben. Wie in jedem anderen Land auch: Auto abschließen, kein Geld (auch kein Kleingeld) sowie Wertgegenstände im Auto offen liegen lassen, auch keine Rucksäcke oder Taschen. Fächer öffnen um zu signalisieren „Hier gibt´s nichts zu holen!“. Im Gegensatz zu vielen Touristen laufe ich auch nicht im Safari Outfit rum, sondern wie zu Hause. Auch habe ich keinen teuren Backpack sondern immer einen schwarzen Sportbeutel dabei. Afrikaner haben außerdem unglaubliche Angst vor Hunden. Aus diesem Grund klebt immer ein Schild mit der Aufschrift „Beware american pitbull on board!“ an meiner Windschutzscheibe.

Trotz der hier aufgeführten Vorsichtsmaßnahmen kann natürlich immer etwas passieren. Dafür müsst Ihr aber nicht in Afrika sein.

Da die Straßen nicht beleuchtet und schlecht ausgebaut sind, solltet Ihr Fahrten bei Nacht strengstens unterlassen. Die Gefahr von der Fahrbahn ab zukommen oder versehentlich ein Tier anzufahren ist zu groß. Ob Ihr Anhalter mitnehmt oder am Straßenrand stehen lasst, müsst ihr selber entscheiden. Mütter mit kleinen Kindern nehme ich fast immer mit, da sie teils viele Kilometer zu Fuß zurücklegen müssen um von A nach B zukommen. Männer lasse ich grundsätzlich stehen. Wir haben mit Gabi und Fritz gesprochen, gebürtige Afrikaner, Sie nehmen grundsätzlich Niemanden mit. Hier gibt es kein Patentrezept. Hört auf euer Bauchgefühl.

 

ALLEINE ALS FRAU UNTERWEGS

Alleinreisende Frauen haben in Südafrika bzw. der Transkei nichts zu befürchten. Dennoch sollte man sich auch hier an gewisse Spielregeln halten und nicht halbnackt durch die Gegend rennen. An den teils einsamen Stränden der Wild Coast würde ich persönlich nicht alleine baden gehen. Wir haben von einem geistlich verwirrten gehört, der eine Frau am Strand belästigt haben soll. Ob und inwieweit etwas passiert ist, kann ich nicht beurteilen. In den Hostels findet man sehr schnell Anschluss, weshalb es keinen Grund gibt alleine an einsame Strände zu gehen. Lieber auf Nummer sicher gehen. FKK vermeiden. Nicht planlos durch Ortschaften laufen sondern immer vermitteln das man weiß wo man ist. Ansonsten wie immer: selbstbewusst auftreten und  nein heißt nein.

 

MÜCKENSCHUTZ & IMPFUNGEN

Für die Einreise in die Transkei sind keine Impfungen oder eine Malariaprophylaxe notwendig. Aufgrund der Windböen an der Küste, haben es auch Mücken schwer. Grundsätzlich empfehle ich den Kauf von Mückenschutz im Land da es in Deutschland einfach zu teuer ist. Marktführer in Südafrika, Botswana und Namibia ist PEACEFUL SLEEP. Hervorragend verträglich und in den verschiedensten Varianten erhältlich. Eine Dose kostet ca. 80 Rand, ein Stick ca. 45 Rand und sind in fast allen Supermärkten, ja sogar an Tankstellen, erhältlich. Sollte es davor oder danach doch in ein Malariagebiet gehen, habe ich extrem gute Erfahrungen mit NOBITE Sensitive gemacht. Da ich unter Neurodermitis leide, reagiert meine Haut extrem zickig. Beide Produkte kann ich uneingeschränkt weiterempfehlen.

 

SEHENSWÜRDIGKEITEN 

Zu den Sehenswürdigkeiten der Transkei zählen natürlich die berühmte Coffee Bay (Hole in the Wall), der Umngazi River sowie etliche Wasserfälle. Man sollte sich aber darüber im Klaren sein, dass je näher man sich touristischen Attraktionen nähert auch die Kriminalität steigt und die Anzahl bettelnder Kinder zunimmt. Sehenswerte Orte sind unter anderen Port St. Johns mit den unvergleichlichen Kühen am Strand sowie der Waterfall Bluff.

 

SWEETS, SWEETS, SWEETS … 

Bettelnde Kinder. Kein schöner Anblick. In vielen Regionen Afrika ist das jedoch fast normal. Normal ist es auch, dass es einem das Herz zerbricht  und man helfen möchte. Doch wie verhält man sich richtig? Viele Kinder werden von Ihren Eltern angehalten, nach Geld zu betteln. Indem Ihr den Kindern ein paar Rand in die Hand drückt, tut Ihr Ihnen und den Eltern aber keinen gefallen. Im Gegenteil! Ihr suggeriert hiermit, dass es auch ohne schulische Ausbildung geht und man sich auf der Straße durchschlagen kann. Kinder können extrem hartnäckig sein. Auch hier gilt: nein heißt nein. Verwöhnt von Touristen, möchten viele Kinder nicht einmal Geld sondern Süßigkeiten. Der Plastikmüll landet in der Natur, es ist ungesund und macht infolge mangelnder Zahnhygiene schlechte Zähne. Aufgrund dessen, habe ich immer einen Beutel Äpfel und ein Bund Bananen als gesunde Alternative dabei. Das klingt extrem Öko! Aber Insbesondere in den ärmeren Gegenden wo es  fast ausschließlich Hirsebrei gibt, erfreuen sich Eltern und Kinder an frischem Obst weitaus mehr als über ungesunde Süßigkeiten.

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