Was ist Champagner?

Vergangenen August hatte ich die Möglichkeit, in das Weinanbaugebiet Champagne zu reisen. Ich habe eines der bekanntesten Champagner-Häuser Frankreichs besucht – die Rede ist von GOSSET. Aber bevor ich euch erzähle, was GOSSET in meinen Augen so besonders macht, gibt’s erst mal die volle Mütze praktisches Champagner-Wissen für euch. Sozusagen das kleine Champagner 1×1. Und damit kommen wir auch direkt zur ersten Frage: Was ist Champagner überhaupt?

 

Was ist Champagner?

In erster Linie ist Champagner ein Schaumwein. Der feine Unterschied zu anderen Schäumern der Welt ist, dass es sich bei Champagner um eine global geschützte Ursprungsbezeichnung handelt. Nur Schaumwein, der aus der Champagne kommt, darf sich auch Champagner nennen.

 

Das Weinanbaugebiet Champagne

Die Champagne ist ein französisches Weinanbaugebiet und liegt ca. 1,5 Fahrstunden nordöstlich von Paris. Die Champagne ist damit nicht nur eines der nördlichsten Weinanbaugebiete Frankreichs, sondern mit ca. 35.000 Hektar Rebfläche auch eines der kleinsten. Und für alle, die sich darunter absolut nichts vorstellen können – die Champagne ist gerade einmal 8.000 Hektar größer als das größte deutsche Weinanbaugebiet Rheinhessen und knapp neun Mal kleiner als das größte französische Weinanbaugebiet Languedoc (ca. 290.000 Hektar).

Die Weinberge der Champagne gehören zu den teuersten Weinbergen der Welt.

Bis auf England gibt es kein Weinanbaugebiet der Welt, das nördlicher als die Champagne liegt. Und obwohl das Klima auch hier stetig wärmer wird, ist die Champagne immer noch durch verhältnismäßig große Jahresschwankungen geprägt. Das Klima wird durch die Nähe zum Meer, dem Atlantik, beeinflusst. Die Winter sind kalt und sehr regenreich. Für die Herstellung von Champagner bzw. Schaumwein sind diese klimatischen Voraussetzungen perfekt. Denn je wärmer das Weinanbaugebiet ist, desto schneller veratmet i. d. R. auch die Säure innerhalb der Beere. Und für Grundwein, aus dem Schaumwein werden soll, benötigt man hohe Säurewerte.

 

 

Die Rebsorten der Champagne

Für die Herstellung von Champagner sind offiziell 7 Rebsorten zugelassen. Wenn wir von Champagner sprechen, meinen wir aber eigentlich immer die drei folgenden: Pinot Noir (aka Spätburgunder), Pinot Meunier (aka Schwarzriesling) und Chardonnay. Darüber hinaus gibt es noch die Rebsorten Arbane, Petit Meslier, Pinot Blanc (aka Weißburgunder) und Pinot Gris (aka Grauburgunder), die aber nur 0,3 % der Gesamtrebfläche der Champagne ausmachen. Die Champagne ist historisch bedingt ein genossenschaftlich geprägtes bzw. strukturiertes Weinanbaugebiet. Das heißt, dass viele Champagner-Häuser keine oder nur sehr wenige eigene Rebflächen besitzen. Die Trauben werden von vielen kleinen, in Teilzeit arbeitenden Winzern an die Champagnerhäuser und Genossenschaften geliefert. Den „Werdegang“ der Trauben bzw. des Champagners könnt ihr der Champagnerkodierung, dem kleingedruckten Kürzel, auf dem Vorder- oder Rückenetikett entnehmen:

  • NM Négociant Manipulant: Champagnerhaus, das Trauben einkauft, verarbeitet und vermarktet
  • RM Récoltant Manipulant: Erzeuger bzw. Winzer, der seine eigenen Trauben verarbeitet und vermarktet (aka Winzerchampagner)
  • CM Coopérative de Manipulation: steht für eine klassische Genossenschaft, die die Trauben ihrer Mitglieder verarbeitet und vermarktet
  • RC Récoltant Coopérateur: Winzer, der seine eigenen Trauben zur Genossenschaft bringt und dort verarbeiten lässt, den Champagner aber selbst vermarktet
  • MA Marque d’Acheteur: Handelsmarke, die im Auftrag für einen Großabnehmer wie z. B. einen Discounter produziert wird

 

 

Die Regionen der Champagne

Die Champagne teilt sich grob genommen in 4 Hauptanbauregionen. Jede Region ist dabei für einen ganz bestimmten Bodentyp und für eine Rebsorte bekannt. Die Montagne de Reims ist eine der bekanntesten Regionen. Hier wächst vornehmlich Pinot Noir (ca. 40 %) und Pinot Meunier (ca. 35 %). Das Vallée de la Marne wird für Schaumweine vornehmlich aus der Rebsorte Pinot Meunier gefeiert. Die Rebsorte macht hier etwas mehr als 70 % der Gesamtrebfläche aus.

Die Côte des Blancs ist – wie der Name vermuten lässt – nicht nur berühmt für Böden mit einem sehr hohen Anteil an Kalkgestein, sondern auch für die weiße Rebsorte Chardonnay. Mit knapp 98 % ist sie die hier dominierende Rebsorte, deren Grundweine heiß begehrt sind.

Die Côte de Bar (aka Aube) ist der südlichste Teil der Champagne und liegt ca. 100 Kilometer von Épernay entfernt. Die Region ist bekannt für die rote Rebsorte Pinot Noir. Zudem gibt es noch die Regionen Coteaux du Morin, Côte de Sézanne, Vitryat und Montgueux, die allesamt vornehmlich für Champagner aus der weißen Rebsorte Chardonnay bekannt sind und aktuell für viel Furore sorgen.

 

Die Böden der Champagne

In der Champagne gibt es sehr viele Bodentypen. Wenn man von Böden im Weinanbaugebiet der Champagne spricht, meint man aber eigentlich immer den hier vorherrschenden Bodentyp, der sich aus Kalk, Mergel und Kreide zusammensetzt. Die Rede ist – genau – von Kalkgestein! Bei Kalkgestein handelt es sich um einen Boden mit hochkapillaren Eigenschaften. Er kann das Wasser der kalten und regenreichen Monate hervorragend speichern und das Wasser in warmen, trockenen Sommermonaten an die Rebe abgeben. Der Boden mit seiner porösen, saugfähigen Eigenschaft dient der Rebe sozusagen als natürliches Wasserreservoir.

Die größten Vorkommen an Kalkböden findet man vornehmlich in den Premier-Cru- und Grand-Cru-Weinbergslagen. Weltweit gibt es nur sehr wenige Weinanbauregionen bzw. Weinanbaugebiete, die diesen speziellen Bodentyp aufweisen. Den für die Champagne so typischen Kalkboden findet man aber nicht nur in den Weinbergen, sondern auch in den tief unter der Erde liegenden Kellern vieler Champagner-Produzenten. Das feuchte und kühle Kalkgestein sorgt hier für optimale Lagerbedingungen.

Das Kleinklima und die Ausrichtung der jeweiligen Lage hat geschmacklich eine größere Auswirkung als der Boden.“ – Odilon de Varine, Kellermeister GOSSET

Einige behaupten, dass Kalk eine der wenigen Bodenarten ist, die man schmecken kann. Der Boden sei dafür verantwortlich, dass Champagner schmeckt, wie Champagner eben schmeckt. Andere wiederum behaupten, dass das Kleinklima und die Ausrichtung der jeweiligen Lage größere Auswirkungen auf den Geschmack haben. Ich glaube, dass die Wahrheit irgendwo dazwischen liegt. Das, was den Wein beeinflusst und dafür sorgt, dass ein Wein oder Schaumwein schmeckt, wie er schmeckt, ist das Terroir. Es ist die Kombination aus Wetter, Boden, Rebsorte, Standort und Tradition bzw. dem Faktor Mensch.

 

 

Die Champagner-Stile

Ein Großteil aller Champagner ist eine Assemblage (aka Verschnitt, Blend) aus verschiedenen Rebsorten, verschiedenen Jahrgängen und/oder Weinbergslagen. Um Verwirrungen vorzubeugen – ein Verschnitt bzw. eine Assemblage hat absolut nichts mit „Panschen“ zu tun, sondern ist die hohe Kunst der Champagnerherstellung. Ziel der Champagner-Produzenten ist es, einen gleichbleibenden Geschmack zu kreieren, der die Stilistik des Champagnerhauses repräsentiert.

Die meisten Champagner haben keine Jahrgangsangabe auf dem Etikett. Sie bestehen i. d. R. aus bis zu 70 % Grundwein des aktuellen Jahrgangs und zu 30 % aus Reserveweinen, also aus Weinen aus vorhergegangenen Jahren. Jahrgangslose Champagner sind oft die Einstiegslevel eines Champagner-Produzenten, müssen aber nicht qualitativ minderwertiger sein als z. B. ein Champagner aus nur einem Jahrgang.

Ein weiterer Grund für die Assemblage ist das hier vorherrschende Klima. Trotz weltweit klimatischer Veränderungen gibt es, bedingt durch viel Regen und kalte atlantische Einflüsse, immer noch starke Jahrgangsunterschiede in der Champagne. Durch den Verschnitt von Grundweinen verschiedener Jahrgänge, Rebsorten und/oder Weinbergslagen können diese Unterschiede besser ausbalanciert werden.

Champagner, die jahrgangslos sind, heißen „Non-Vintage“. Champagner, die aus einem Jahr stammen, die sogenannten Jahrgangschampagner, heißen demnach „Vintage“. Weitere Champagner-Stile, von denen ihr mal was gehört haben solltet, sind:

  • Blanc de Blancs (Schaumwein aus ausschließlich weißen Trauben, i. d. R. aus Chardonnay)
  • Blanc de Noirs (weißer Schaumwein aus blauen Trauben)
  • Rosé-Champagner (z.B. Mischung aus Weiß- und Rotwein)
  • Prestige Cuvée (soll die beste Qualität des Hauses repräsentieren)
  • Single Vineyard Cuvée (Trauben aus nur einer Weinbergslage, kann vintage und non-vintage sein)

 

Die Herstellung von Champagner

Die Trauben für einen Champagner dürfen ausschließlich mit der Hand gelesen werden. Eine maschinelle Ernte ist verboten. Nach der Lese müssen die Trauben umgehend weiterverarbeitet werden. Der Pressvorgang ist mit einer der wichtigsten und komplexesten Arbeitsschritte bei der Herstellung von Champagner. Die Trauben werden als ganze Trauben schonend und behutsam gepresst (Ganztraubenpressung). Das ist wichtig, da aus den roten Rebsorten wie z. B. Pinot Noir und Pinot Meunier so wenig Farbstoff wie möglich aus der Beerenschale extrahiert werden soll, um einen weißen Most bzw. Grundwein zu erhalten. Das Herzstück des Pressvorgangs ist das anschließende Trennen der Moste. Denn jeder Most hat ganz spezifische und individuelle Eigenschaften hinsichtlich der Konzentration der Inhaltsstoffe. Der Most aus dem ersten Pressvorgang, gehört zu den qualitativ besten.

Nach der Pressung erfolgt die Gärung. Nach weiterer Behandlung der Moste (Klärung, Schwefeln & Co.) folgt die alkoholische Gärung. Ist diese abgeschlossen, erfolgt i. d. R. für Champagner typisch eine malolaktische Gärung (BSA, biologischer Säureabbau). Dabei wird die hart schmeckende Apfelsäure in die weiche Milchsäure umgewandelt. Dieser Vorgang wird mittels der Oenococcus-Oeni-Bakterien in Gang gesetzt. Das Ergebnis ist ein weiches und in der Säure gedämpftes Geschmacksbild, das im Aroma an buttrige Noten erinnert.

Nach diesem Vorgang und ggf. einer weiteren Klärung des fertigen Grundweins erfolgt die Assemblage. Die Kohlensäure wird mittels der traditionellen Flaschengärung erzeugt. Das heißt, dass die zweite Gärung, aus der schlussendlich auch die Kohlensäure entsteht, immer in der Flasche stattfinden muss. Anschließend erfolgt ein Hefelager von mindestens 15 Monaten. Ein Jahrgangschampagner muss für mindestens 3 Jahre auf der Hefe lagern. Am Ende des Herstellungsprozesses wird die Hefe aus der Flasche entfernt und die Geschmacksrichtung (Brut Nature, Brut etc.) mittels der Versanddosage (Gemisch aus z .B. Grundwein und Likör) bestimmt. Danach wird die Champagnerflasche mit einem Champagnerkorken und einer Haltevorrichtung, der sogenannten Agraffe, verschlossen. Etikett drauf und schwuppdiwupp – fertig ist der Champagner

 

GOSSET

In der Champagner-Hauptstadt Épernay, nur einen Katzensprung von der Avenue de Champagne entfernt, befindet sich das älteste Weinhaus der Champagne: Aÿ 1584. Die Rede ist von GOSSET. Im August dieses Sommers hatte ich das große Vergnügen, für zwei Tage meine Koffer zu packen, um mir das Champagner-Spektakel vor Ort anzuschauen. Und was soll ich sagen? Ich bin immer noch völlig aus dem Häuschen. Gut, das war mein vierter Besuch in der Champagne. Und trotzdem haut’s mich irgendwie immer wieder aus den Latschen. Prunkvolle Bauten, wunderschöne und zugleich skurrile Landschaften, herzliche Gastgeber und eine Champagnerstilistik und -philosophie, die ich von einem großen Champagnerhaus wie GOSSET nicht erwartet hätte. Und ihr kennt es selbst – mit Einheimischen lässt es sich besser reisen und vor allem begreifen. Während meines Kurztrips und durch die etlichen Weinbergsbegehungen mit GOSSET habe ich noch mal ein ganz anderes Verständnis für dieses Weinanbaugebiet entwickelt. Doch nun zu GOSSET:

Das 1584 ins Leben gerufene Weinhaus GOSSET kommt aus der ursprünglichen Champagner-Gemeinde bzw. -Hauptstadt Aÿ im Department Marne – bis heute bekannt für eine frische, weinige und fruchtbetonte Stilistik. GOSSET-Champagner fokussiert sich seit jeher zuerst auf den Wein, um bei der anschließenden Flaschengärung so puristisch wie möglich zu arbeiten. Für den Champagnergrundwein wird ausschließlich der Most aus der ersten Pressung verwendet. Es erfolgt kein Holzausbau, kein biologischer Säureabbau und keine standardisierte Versanddosage. In Aroma- und Geschmacksausprägung – und das hat mich besonders beeindruckt – hebt sich dieser Champagner-Produzent damit ganz klar von den Champagner-Mainstreamern ab.

 

 

Die Herkunft der Trauben

GOSSET, wie ein Großteil aller größeren Champagnerhäuser und -produzenten, besitzt wenig eigene Weinbergsflächen. Die Trauben für die Produktion der Grundweine von GOSSET kommen von Vertragswinzern aus verschiedenen Ortschaften. Die Spätburgundertrauben wachsen z.B. in den Dörfern Bouzy, Ambonnay, Cumières und Les Riceys. Die Chardonnaytrauben hingegen kommen von der  Côte des Blancs, aber auch aus der für eigentlich rote Rebsorten bekannten Region Montagne de Reims. Pinot Meunier wiederum (aka Schwarzriesling) spielt bei GOSSET lediglich eine untergeordnete Rolle.

Und dennoch kann und wird sich der Rebsorteneinsatz und die Herkunft der Trauben über die kommenden Jahre ändern. Denn für Kellermeister Odilon de Varine ist das oberste Ziel, eine gleichbleibende und wiedererkennbare Stilistik zu kreieren. Natürlich ist für ihn auch der Boden wichtig. Weitaus wichtiger aber sind ihm die einzelnen Lagen. Denn die dort gepflanzte Rebsorte, die Ausrichtung der Weinbergslage und das jeweilige Mikroklima bestimmen schlussendlich mit über die für den Champagner so wichtigen Säurewerte.

 

Warum GOSSET schmeckt, wie GOSSET schmeckt

Dass GOSSET so schmeckt, wie GOSSET schmeckt – nämlich puristisch und elegant –, liegt nicht nur an den Trauben von perfekt ausgesuchten Standorten. GOSSET unterbindet ganz bewusst den oft von anderen Produzenten mit Absicht herbeigeführten biologischen Säureabbau. Das heißt, dass die Apfelsäure erhalten bleibt. Das Ergebnis ist demnach kein weicher, sondern ein in der Säure durchaus fordernder Grundwein, der die Aromatik der jeweiligen Rebsorte gekonnt in den Vordergrund hebt. Auch fallen die für den biologischen Säureabbau so typischen buttrigen Aromen weg. Außerdem werden die Grundweine bei GOSSET auch nicht im Holzfass, sondern im Stahltank ausgebaut. GOSSET produziert meiner Meinung nach keine kellertechnisch geprägten Schaumweine, sondern Champagner, der die Stilistik der Rebsorten und der Umgebung, in der diese gewachsen sind, widerspiegelt. Auch das überdurchschnittlich lange Hefelager bei allen Qualitäten nach Vollendung der Flaschengärung wirkt nicht verfälschend, sondern wie ein Verstärker für den weinigen und für GOSSET so typischen Geschmack.

 

We trust in Blending

GOSSET ist aus Tradition ein Verfechter der Assemblage. Über 80 % aller Champagner von GOSSET sind Non-Vintage, also jahrgangslos. Dabei besteht der Grundwein i. d. R. aus über 80 % eines Jahrgangs und aus bis zu maximal 20 % Reserveweinen. GOSSET Grande Reserve ist dabei das Aushängeschild von GOSSET – er repräsentiert sozusagen den Einstieg in die Welt der GOSSET-Bubbles.

 We trust in Blending  – Odilon de Varine, Kellermeister GOSSET

Während meines Besuchs hatte ich zur Begrüßung das Vergnügen, den Grande Reserve mit den Grundweinen aus 2017, 1985 und 1979 zu verkosten – jup, auch Non-Vintage kann sensationell reifen! Um an dieser Stelle direkt einmal mit Vorurteilen aufzuräumen: bekannt, ich hätte schon fast gesagt berühmt, ist GOSSET darüber hinaus für seine Rosé-Champagner. Denn davon hat GOSSET nämlich gleich drei im Programm, was für einen Champagner-Produzenten selten ist:

  • Grand Reserve Rosé
  • Petite Douceur Rosé
  • Celebris Rosé (Jahrgangschampagner, aktuelle Jahrgänge 2007 und 2008)

 

Rosé Champagner

Für die Herstellung bzw. Färbung von Rosé-Champagner darf dem fertigen weißen Grundwein roter Grundwein hinzugefügt werden. Man spricht in diesem Falle von einem „Rosé Classique“ oder einem „Rosé d’Assemblage“. So werden ca. 95 % aller Rosé-Champagner hergestellt. Was erst einmal nach willkürlichem „Hantieren“ klingt, ist eine nicht zu unterschätzende Kunst. Wichtig: Rosé-Weine durch „Mischen“ von weißen und roten Weinen herzustellen, ist ausschließlich in der Champagne erlaubt, nirgendwo sonst in Frankreich. Zwei weitere Methoden, um einen Rosé-Champagner herzustellen, sind die Maischestandzeit (Rosé de Macération) und das Saignée-Verfahren (Rosé de Saignée). Um sich bei der Assemblage vollends auf den Geruch und Geschmack konzentrieren zu können und sich nicht von der Intensität der Farbe täuschen zu lassen, verkostet GOSSET die Weine aus schwarzen Degustationsgläsern. Denn es geht nicht um eine standardisierte Farbe, sondern um eine sich nicht ändernde und klar herausgearbeitete Stilistik.

Und wer jetzt denkt, dass Rosé-Champagner fruchtig und quietschig pink schmecken muss, der irrt. Die Rosé-Champagner von GOSSET sind salzig, grazil, weisen eine ganz feine Gerbstoff- sowie Säurestruktur auf und lassen einem regelrecht das Wasser im Mund zusammenlaufen. Oder um Philippe, den Exportmanager von GOSSET, zu zitieren: „Es macht die Mund auf!“

 

Meine Probiertipps

Besonders gut gefallen und hervorzuheben sind nicht nur die Jahrgangschampagner aus den Jahren 2012 und 2015, sondern insbesondere die Blanc de Blancs aus 100 % Chardonnay. Nicht holzgelutscht, sondern mit klarer Frucht, prägnanter Säurestruktur und puristischem Ansatz. Schon fast salzig-jodig im Geschmack macht dieser Schaumwein wirklich den Mund auf! Für mich einfach der perfekte Match zu allem, was im Meer schwimmt:

  • Grand Blanc de Blancs (Einstieg)
  • Celebris Blanc de Blancs (Jahrgangschampagner, aktueller Jahrgang 2012)

Mein Tipp: Solltet ihr in Paris unterwegs sein, erreicht ihr das Weinanbaugebiet Champagne innerhalb von 30 Minuten. Der Ausstieg ist in Reims – der Kulturstadt der Champagne und ebenfalls Champagner-Hotspot. Von hier sind es keine 20 Minuten in die Champagner-Hauptstadt Épernay. Genialer Tagesausflug, um auf der Avenue de Champagne zu flanieren und die beste Möglichkeit, um sich von dem sympathischen Champagnerhaus GOSSET selbst einen Eindruck zu machen. Für eine Kellerführung und Verkostung könnt ihr euch ganz einfach und unkompliziert auf champagne-gosset.com anmelden.

#bringflavorhome

Grapes & Love

Deine Lou

*Anzeige: Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit ff·k Public Relations GmbH und GOSSET.