10 Tipps für Südafrika – Restaurants, Strände und Weingüter

Südafrika – das Land der Kontraste. Es ist diese Vielfalt auf kleinstem Raum, die dieses Stück Erde so interessant macht: Weinregionen, Indischer Ozean, Atlantischer Ozean, die Big Five, die Big Seven, ellenlange Sandstrände, magische Sonnenuntergänge, Berge und Wüsten. Wo Namibia und Botswana aufhören, da packt Südafrika noch einen drauf. Nicht umsonst heißt es: one world in one country.

Man liebt Afrika oder man hasst Afrika – dazwischen gibt es nichts. Liebt man diesen Kontinent und diesen Spirit von Lässigkeit, dann kommt man wieder. So wie ich –  zum gefühlt hundertsten Mal. Dieses Jahr aber völlig entspannt. Ohne Länderüberquerung, ohne 4 × 4 und ohne Campingausstattung. 16 Tage drehte sich diese Reise mehr oder weniger nur ums Essen und Trinken – 4 Kilo Gewichtszunahme inklusive. Die hätten mich auch einfach nach Hause rollen können …

Wir sind gemütlich von Kapstadt bis nach Witsand getuckelt und haben auf dieser Tour wunderbare Restaurants, Weingüter und einmalige Spots für Naturliebhaber entdeckt, die ich euch nicht vorenthalten möchte. Jeder der auf gutes Essen, individuell geführte Weingüter und ruhige Spots abfährt, darf sich diese 10 Geheimtipps nicht entgehen lassen. Wer Südafrika ohne viel Tamtam erleben möchte, dem empfehle ich einen Besuch in der Nebensaison. Von Dezember bis Anfang Februar steppt hier nämlich der Bär. Der Südafrikanische Frühling ist hier meine persönliche Lieblingsjahreszeit.

 

Muraties Farm Kitchen – zwischen Schickimicki und Kuddelmuddel

Muraties Farm Kitchen gehört zum gleichnamigen Weingut Muratie und wird von Kim Melck geführt. Das kleine Bistro liegt am Fuße des Simonsberg in Stellenbosch. Sicher gibt es viele Weingutsrestaurants in Stellenbosch und Umgebung – Niemand aber kocht so gut wie Kim und ihr Team. Alles was hier auf die Teller kommt, stammt entweder aus dem eigenen Garten oder von regionalen Landwirten und Produzenten. Genau wie das Weingut so ist auch Kims Küche: kein Schickimicki, kein Kuddelmuddel, sondern immer auf den Punkt! Unbedingt das Springbock Carpaccio auf Zwiebelconfit, die geschmorte Lammhaxe aus der Klein Karoo und die hausgemachte Panna Cotta mit Beeren und Knuspermüsli probieren. Dazu ein Glas Lady Alice und die Welt ist wieder in Ordnung! Ach, mein Herz schlägt immer noch große Töne …

 

Mullineux & Leeu Family Wines – Swartland Weine zum Anfassen

Wer sich für Weine aus dem Swartland interessiert aber keinen Termin vor Ort bekommen hat, der ist hier genau richtig. Im The Wine Studio in Franschhoek habt ihr die Möglichkeit die Weine von Mullineux und Leeu Passant zu verkosten. Das Anwesen und die Atmosphäre sind für meinen Geschmack zu protzig und zu gestriegelt. Die Weine und auch das extrem gut geschulte Personal lassen allerdings keine Wünsche offen und haben meine Erwartungen gänzlich übertroffen. Chenin Blanc Liebhaber kommen hier voll auf ihre Kosten.

 

Speck & Bone – wo Schwein und Hund auf Kuschelkurs gehen

Etwas versteckt, gleich hinter dem Tante-Emma-Laden Oom Samie Se Winkel, befindet sich eins von Bertus Bassons Restaurants: Speck & Bone. Das Essen hier wird lässigen  Tapas Stil serviert. Dazu gibt es eine kleine aber feine Weinkarte mit ausgezeichneten Winzer*innen. Im Frühling und im Sommer kann man im gemütlichen und grün überdachten Hinterhof sitzen.

 

The Blue Peter – Sundowner mit Ausblick

Das Erste mal im Blue Peter war ich mit meinen Eltern 1998. Die Inneneinrichtung des Restaurants hat sich seitdem nicht geändert und auch das Essen ist genauso bescheiden wie vor 22 Jahren. Der Ausblick und die Atmosphäre sind dafür aber unbezahlbar und zum Seufzen schön. Mein persönliches Highlight auf jeder Südafrikareise ist ein Strandspaziergang am Bloubergstrand und ein Sundowner (Dämmerschoppen) mit Blick auf mein persönliches Traumpaar: Tafelberg und Lionshead.

 

Kommetjie – Surfers Paradise und Filterkaffee am Strand

Kommetjie ist ein kleiner Ort an der Westküste der Kap-Halbinsel. Zu ihm gehört der Long Beach der in etwa 6 Kilometer lang und bei fortgeschrittenen Surfern sehr beliebt ist. Hier ist es wesentlich belebter und ungefährlicher als am berühmten Noordhoek Beach, der sich unterhalb des Chapman’s Peak Drive befindet. Ich mag die lässige Atmosphäre am Long Beach sehr. Selber surfen, Surfer und das Treiben beobachten und exzellenten Filterkaffee und himmlisch belegte Sandwiches von AndRock´s direkt am Strand genießen. Das ist in soweit besonders, weil es an den Stränden in Kapstadt normalerweise keine Möglichkeiten gibt, einen Kaffee direkt am Strand zu genießen. Tipp: fahrt auf dem Hin – oder Rückweg  über Witsand und vorbei an den Misty Cliffs – Panoramaroute!

 

Bientang’s Cave – Wale und Wein

Dreimal war ich in Hermanus, dreimal bin ich an diesem Restaurant vorbeimarschiert. Das Essen im Bientag´s Cave ist kurzum nicht so der Knaller aber wen stört das bei diesem Ausblick? Hier sitzt man eine Armlänge entfernt vom Wasser, beobachtet vorbeiziehende Wale, schlürft Austern und trinkt eiskalten MCC.  Einwandfreie Weinkarte mit Tropfen vornehmlich von der Walker Bay. Enjoy the view and get hammered! Das Bientag´s Cave schließt bereits um 16 Uhr. Wer keine Lust auf große Menschenansammlungen hat, kehrt am besten vor oder nach der Mittagszeit ein. Tipp: wer keinen Tisch ergattert, der stattet dem neu eröffneten Fick’s einen Besuch ab.

 

Sandbaai – Meerblick und Autokino

Sandbaai ist ein kleiner Vorort von Hermanus. Hier geht es wesentlich ruhiger zu als in Hermanus und bietet für eine Nacht meist die preiswerteren Unterkünfte. Der Strand von Sandbaai hat einen kleinen Parkplatz. Von hier aus hat man einen perfekten Ausblick auf das Meer und den Sonnenuntergang. Kaltes Bier oder Wein einpacken und dem Schauspiel zugucken. Besonders im Frühling, wenn der Wind noch so richtig zischt, wird der Blick vom Auto zum einmaligen Kinobesuch. Der Parkplatz befindet sich unterhalb der Unterkunft Bamboo Beach Seaside House. Fährt man die Kus Road entlang, findet man den Parkplatz direkt linker Hand.

 

De Hoop Nature Reserve – Balsam für die Seele

Der Strand und die Dünen des De Hoop Nature Reserve erinnern auf den ersten Blick an die wilden Küstenstreifen Hollands. Erreicht man das Meer, kann man die unendliche Weite, das türkisfarbene Wasser und die vorbeiziehenden Wale nicht begreifen. Ich bin hier einfach gerne. Die Ruhe und das Meeresrauschen abseits des Trubels ist wie Balsam für die Seele. Am besten packt ihr euch ein kleines Lunchpaket, macht es euch am Strand bequem und genießt das Szenario. Schwimmen ist hier übrigens erlaubt – Badehose nicht vergessen!

 

Witsand – ein 400-Seelen-Kaff zum Verlieben

Ach, Witsand! Du warst Liebe auf den zweiten Bick. Mir fällt es verdammt schwer die richtigen Worte für dich zu finden. Du bist ruhig, nicht sonderlich spektakulär, du magst kein Halligalli. Ja, selbst Supermärkte sind nicht so dein Ding. Tankstellen auch nicht. Mit Geldautomaten hast du es auch nicht so an den Backen aber mein Gott, du bist so schön. Unberührte Sandstrände die in den Breede River laufen. Wale, jeden morgen beim Frühstück in Scharen zu beobachten. Ruhe und unendlich freundliche Menschen. Herzensmenschen die Jeden mit offenen Armen empfangen und ins Herz schließen – fast ein bisschen unheimlich.

Hätte ich das nötige Kleingeld, wäre Witsand mein Zweitwohnsitz. Übrigens: Witsand ist das Kinderzimmer für Wale. Mehr Wale als hier, bekommt ihr nirgendwo in Südafrika zu sehen. Witsand ist ca. 90 Minuten vom De Hoop Nature Reserve entfernt und unweit des Weinguts Sijnn in Malgas. Gegessen haben wir jeden Abend im The Anchorage Beach Restaurant & Bar. Gutes Essen, starke Drinks, hervorragender Panoramablick und herzliche Gastgeber. Danke an Annerie und Tekkies Kotze ( … ja, das ist deren Nachname) und an das Team vom The Anchorage. Fun Fact: in der Nebensaison ist Witsand am schönsten und am ruhigsten. In der Hauptsaison steigt die Einwohnerzahl von 400 auf 8.000.

 

Montagu – Kulinarische Überraschung im Nirgendwo

Irgendwie ist Montagu besonders. Nicht nur für Wanderungen, die heißen Quellen und das Klettersteigen, sondern ganz besonders für eine kulinarische Überraschung. Im 22 Church solltet ihr unbedingt mit den Arancinis starten, mit dem Springbok Loin weitermachen und mit der Creme Catalane aufhören. Gefrühstückt wird in der Vineyard Country Lodge mit Outdoor Dusche und Bett quasi in den Weinbergsreben. Inhaberin Louise liebt die gute Küche. Ihr Frühstück gleicht einem Lunch mit drei Gängen. Geschmacklich kaum zu übertreffen. Obst mit Granola, Honig und griechischem Joghurt gefolgt von einem Omelette gefüllt mit Minze, Feta und knackig süßen Erbsen. Der Kaffee ist vorzüglich. Dazu wird eine ganze Palette an frisch und selbstgebackenem Brot gereicht. Das Steirer Eck würde vor Neid erblassen …

#bringflavorhome

Grapes & Love

Deine Lou